Unser Antrag zur Hauptversammlung 1999

 

Wir beantragen hiermit zum Tagesordnungspunkt "Entlastung der Mitglieder des Vorstandes" persönlich und namens des Vereins "Belegschaftsaktionäre, Unsere Aktien e.V.":

Antrag 1: "Der Vorstand wird nicht entlastet"

Begründung: Der Vorstand ist mitverantwortlich für die unbefriedigende Ergebnissituation des Siemens-Konzerns. Dies hat vorwiegend hausgemachte Gründe (z.B. Fehlinvestition in England, falsches Marketing bei Handy, Qualitätsprobleme bei VT und KWU). Die Ausgliederung wichtiger Bereiche des Konzerns wird daher abgelehnt. Die wirtschaftliche Gesundung der Problembereiche läßt sich auch innerhalb der Siemens AG mit motivierten Mitarbeitern erreichen. Die alleinige Orientierung am Geschäftswertbeitrag kann nicht Maßstab für eine langfristige Unternehmenspolitik sein. Die Ausrichtung der Siemenspolitik einseitig an den kurzfristigen Gewinnerwartungen der Analysten / Fondvertreter gefährdet den langfristigen Bestand des Unternehmens. Der Vorstand darf diesem Druck der Finanzmärkte daher nicht weiter nachgeben.

 

und zum Tagesordnungspunkt "Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats"

 

Antrag 2: "Der Aufsichtsrat wird nicht entlastet"

Begründung: Der Aufsichtsrat übt seine Rechte nur unzureichend aus, da er die ihm aus § 111 AktG sowie § 13 der Satzung der Siemens AG zustehenden Möglichkeiten zur Einflußnahme auf die Geschäftsführung nicht voll ausschöpft. Die Kapitalvertretermehrheit hat bisher die Festlegung eines Rahmens für genehmigungspflichtige Geschäfte verhindert. Deshalb wird er bei grundsätzlichen Unternehmensentscheidungen (z.B. Ausgliederung des Bereiches Halbleiter, Verkauf von Unternehmensbereichen, Standortentscheidungen etc.) weder hinreichend eingebunden noch wird seine Zustimmung eingeholt. Auf eine wirksame Mitbestimmung und Kontrolle der Geschäftsführung durch den Aufsichtsrat wird damit verzichtet.

 

gez. Manfred Meiler gez. Wolfgang Niemann

 

 

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